Andere Verhütungsmittel

Ihnen liegt die herkömliche Antibabypille nicht und Sie haben immer wieder Angst etwas falsch zu machen? Sie möchten nicht alleine für den Schutz vor einer Schwangerschaft die Verantwortung tragen und Sie sind es Leid immer wieder an die Pille denken zu müssen, dann hilft Ihnen vielleicht eine andere Form der Verhütung, denn es gibt neben der Pille noch andere Verhütungsmittel mit denen man eine ungewollte Schwangerschaft verhindern kann.

Hier eine kurze Übersicht:

AntibabyspritzeDiese Form der Schwangerschaftsverhütung ist für Männer, dabei ist der Mann über einen gewissen Zeitraum über Zeugungsunfähig. Jedoch muss diese Spritze alle 2 Monate wiederholt werden und schützt nicht zu 100 Prozent, sondern lediglich zu 90 Prozent.

Diaphragma: Das Diaphragma ist eine weiche Latexkappe (manchmal auch aus Silikon), die so in die Vagina eingeführt wird, dass sie den Muttermund umschließt und somit das Eindringen der Spermien in die Gebärmutter verhindert wird. Die Größe des Diaphragmas muss natürlich erst bestimmt werden, da nicht jede Größe passt. Das macht in der Regel der Gynäkologe. Das Diaphragma ist eine sehr sichere Methode keine Kinder zu bekommen, erfordert aber Erfahrung, Fingerspitzengefühl und Disziplin.

Dreimonatsspritze: Mit der Dreimonatsspritze wird der Eisprung verhindert. Dieses hormonelle Verhütungsmittel ist ziemlich sicher, bei 100 Frauen, die diese Verhütung benutzen, kommt es (wenn überhaupt) nur zu einer einzigen Schwangerschaft.

Etonogestrel-Implantat: Hierbei handelt es sich um ein Kunststoffstäbchen das unter örtlicher Betäubung von einem Arzt unter die Haut des Oberarms implantiert wird. Von dort aus gelangt das Hormon Etonogestrel, das sich im Stäbchen befindet, in den Körper und hat den gleichen Effekt wie die Antibabypille. Mit dieser Verhütungsmethode ist die Frau 3 Jahre lang zuverlässig geschützt. Wenn die Wirkung nachlässt entfernt der Arzt das Stäbchen wieder und ersetzt es durch ein neues.

Femidom oder das Kondom für die Frau: Im Gegensatz zu vielen anderen Verhütungsmitteln bietet das Femidom außerdem noch zuverlässigen Schutz vor Geschlechtskrankheiten, es wird so eingesetzt, dass innere Ring wie das Diaphragma in die Scheide eingeführt wird und der äußere vor den großen Schamlippen platziert wird. Das Femidom kann schon bis zu 10 Stunden vor dem Geschlechtsverkehr eingeführt werden, jedoch ist es nicht so zuverlässig, wie das handelsübliche Kondom.

Hormonpflaster oder auch transdermales Pflaster: Anders als bei der Pille gelangen die Hormone, die der Schwangerschaftsverhütung dienen, über die Haut in den Körper. Durch diese Form der Verhütung ist die Leber nicht so sehr belastet und die Hormone sollen sich dabei gleichmäßig verteilen, dabei soll man darauf achten, dass man die Klebestelle am Körper immer wieder wechselt. Vermieden sollten jedoch Stellen wie die Brust, und die Innenseite von Armen und Beinen. Genau wie bei der Pille wird das Pflaster von der Frau drei Wochen benutzt, also auf die Haut geklebt, und dann gibt es eine Woche Pause für die Menstruation. Zwar ist bei Durchfall oder Erbrechen die Wirkung immer noch vorhanden, aber generell ist die Sicherheit nicht so ausgeprägt wie bei der handelsüblichen Antibabypille.

Hormonspirale: Die Hormonspirale wird zur Empfängnisverhütung und zur Behandlung gegen starke Regelblutungen in die Scheide eingesetzt. Die Spirale sorgt dafür, dass die Spermien den Gebärmutterhals nicht passieren können, sollte das aber doch passieren, werden sie verlangsamt und das Befruchten der Eizelle erschwert. Außerdem kann es passieren, dass die Frau keinen Eisprung hat und die Menstruationsbeschwerden, sowie die Regelblutungen zurück gehen. Die Hormonspirale wird vom Arzt eingesetzt und kostet im Normalfall zwischen 280 und 350 Euro. Die Kosten werden von der Krankenkasse oder dem zuständigen Sozialhilfeträger übernommen, es sei denn man möchte die Spirale nur zur Behandlung der Menstruationsbeschwerden, dann muss man sie selbst zahlen.

Kondom oder das Präservativ: Diese dünne Hülle wird kurz vor dem Geschlechtsverkehr über den erigierten Penis gestreift und dient als Schutz vor einer ungewollten Schwangerschaft und zugleich als sicheren Schutz vor Geschlechtskrankheiten. Problematisch wird es bei einer unsicheren Handhabe oder einer Latexallergie. In einigen Fällen verlieren die Männer aufgrund des Aufrollens des Kondoms ihre Erektion. Richtig angewendet ist das Kondom aber sehr wirksam gegen ungewollte Schwangerschaften.

Kupferkette: Die Kupferkette ist ein Faden mit mehreren einzelenen Kupferelementen, das bei nahezu jeder Frau passt und anders als die Spirale ist die Kupferkette flexibel und passt sich den Formen der Vagina an. Sie wird in die Vagina eingesetzt und tötet Spermien ab aufgrund der Kupferionen, die sie ständig freisetzt. Gleichzeitig kann sich die Eizelle nicht in die Gebärmutter einnisten, da die Kupferkette als Fremdkörper anerkannt wird und somit als doppelten Verhütungsschutz dient. Die Sicherheit ist dabei sehr hoch und hat den Vorteil ohne Hormone zu arbeiten, wer sich doch entschließt ein Kind zu bekommen braucht nach der Entfernung der Kupferkette nicht lange zu warten, bis der Zyklus sich wieder normalisiert hat.

LEA contraceptivum: Diese Verhütungsmethode ist zu vergleichen mit einem Diaphragma. Es wird in die Scheide eingeführt und wird so vor den Muttermund platziert, dass sie das Eindringen der Spermien verhindern soll. Aber anders als das Diaphragma gibt es hierbei nur eine Einheitsgröße, die jedoch bei jeder Frau passen soll und zudem saugt sich das LEA contraceptivum am Muttermund fest. Allerdings ist dieses Verhütungsmittel mit einem Barriere-Gel kombiniert sicherer als ohne. Jedoch sind die externen Studien sehr umstritten, da die Probezeit nur sehr kurz gewesen ist und die Teilnehmerrate sehr klein. Jedoch gibt der deutsche Vertriebspartner an, dass die Verhügungssicherheit bei der Kombination aus LEA contraceptivum und einem spermiziden Gel bei etwa 97,8 Prozent liegen soll und ohne ein solches Gel läge die Sciherheit bei etwa 97,1 Prozent.

Mikropille: Die Mikropille hat eine auffallend geringere Hormondosis, funktioniert aber ganz genau wie die normale Antibabypille. Die Mikropille besteht aus Gestagen und Östrogen, die in Kombination das Einnisten der Eizelle in der Gebärmutter verhindern und sogar dafür sorgen soll, dass der Eisprung ausbleibt.

Minipille: Die Minipille wird gerne mal mit der Mikropille verwechselt, doch die Minipille enthält ausschließlich Gestagene, die dafür sorgen, dass das Sekret im Gebärmutterhals sich verdickt und somit verhindeert, dass die Spermien in die Gebärmutter und die Eileiter wandern. Die Möglichkeit mit einer korrekten Einnahme der Minipille schwanger zu werden ist sehr gering.

Pille danach: Die Pille danach wird im Gegensatz zur normalen Antibabypille nicht vor dem Geschlechtsakt genommen, sondern danach. Doch man sollte die Pille im Laufe einer bestimmten Frist allerspätestens zu sich nehmen und ist keine Alternative zu anderen regelmäßigen Verhütungsmitteln, denn sie hat zu viele Nebenwirkungen um als ständiges Verhütungsmittel zu dienen.

Portiokappe: Die Portiokappe funktioniert genauso wie das Diaphragma und muss ebenfalls mit Form und Größe vom Frauenarzt betimmt werden. Erstaunlicherweise macht es jedoch einen großen Unterschied, ob man bereits Kinder zur Welt gebracht hat oder nicht, wer noch keine Kinder zur Welt gebracht hat ist mit der Portiokappe vor weiteren Schwangerschaften besser geschützt, als die Frauen, die schon Mutter geworden sind. Bei den Nichtmüttern sind es 14 von 100, die trotzt Portiokappe schwanger werden können, bei den Müttern sind es 29 von 100 Benutzerinnen.

Spermizid: Das Spermizid ist ein Mittel, das Spermien abtötet um eine Schwangerschaft zu verhindern. Diese Spermizide gibt es in mehreren Varianten, so zum Beispiel in Form von von Gelen, Scheidenzäpfchen und Verhütungsschaum. Die Gefahr mit der Hilfe von Spermizid dennoch schwanger zu werden ist relativ hoch und liegt bei 3 bis 21 von 100 Fällen.

Verhütungsring: Der einzige zugelassene Verhütungsring in Deutschland heißt NuvaRing und enthält Etonogestrel und Ethinylestradiol. Mit dieser Kombination aus Hormonen wird der Eisprung verhindert und einer Schwangerschaft vorgebeugt. Der Ring wird in die Vagina eingeführt und nach 3 Wochen für die Menstruationspause entfernt. Diese Form der Verhütung ist sehr sicher und wird in der Regel als sehr angenehm empfunden.

Nie wieder die Pille vergessen

Hier sind ein paar kurze und hilfreiche Tipps, mit denen Sie nie wieder die Pille vergessen werden:

1. Feste Zeiten: Legen Sie sich für die Pille eine bestimmte Zeit fest in der Sie sie einnehmen möchten. Beispielsweise direkt nach dem Aufstehen oder unmittelbar vor dem Frühstück. Diese Routine spielt sich schnell ein und Sie werden immer daran denken.

2. Familie mit einbinden: Ihr Mann/Freund/Verlobter kann sich Dinge besser merken als Sie? Prima, dann binden Sie ihn mit ein, denn es ist nicht nur Ihre Sache, dass Sie an die Pille denken, er hat auch sein Päckchen zu tragen und kann wenigstens mal nachhaken, ob Sie daran gedacht haben.

3. Technische Erinnerungshilfen: Wenn Sie mal alleine daran denken müssen, weil Sie alleine zu Hause sind, dann lassen Sie sich von dem Terminplaner in Ihrem Handy oder dem Computer daran erinnern.

4. Der Kalendercheck: Gehören Sie zu den Personen, die jeden Tag auf den Kalender schauen oder einen kleinen Taschenkalender bei sich haben auf dem immer die wichtigsten Termine stehen? Spitze, dann setzen Sie für jeden Tag ein P ein, an dem Sie die Pille genommen haben. Natürlich können Sie dann auch, wenn Sie möchten, einen Haken setzen, ein Kreuz machen, ein Herzchen malen oder wonach Ihnen der Sinn steht.

5. Der richtige Platz: Gibt es eine Stelle im Haus oder in der Wohnung, die sie immer abklappern? Gibt es einen Medizinschrank, aus dem Sie sich immer die Vitamintabletten holen oder eine Ecke, in der immer Ihr Handy liegt? Dann legen Sie die Pillenpackung dazu, wenn Sie den festen Platz beibehalten und dann wird Ihnen die Pillenpackung immer ins Auge fallen.

6. Die Pille ist immer dabei: Wenn Ihre einzige Regelmäßigkeit darin besteht in Ihre Handtasche zu schauen, dann nehmen Sie die Pille mit. Wenn Sie die Handtasche aufmachen und die Pille entdecken, dann können Sie sehen, ob sie die Pille heute schon genommen haben oder nicht. Falls nicht, können sie sich die nächstbeste Gelegenheit suchen etwas zu trinken zu besorgen oder Sie nehmen immer eine Flasche Wasser von zu Hause mit und nehmen die Pille ganz spontan.

Pille vergessen, Zwischenblutungen

Wenn man die Pille mal vergessen hat oder sie unregelmäßig einnimmt, dann sind Zwischenblutungen nicht ungewöhnlich, jedoch ist es auch nicht gut, wenn zwischenzeitlich die Blutung eingesetzt hat. Das ist nämlich ein Zeichen dafür, dass die Hormone im Körper für ein großes Chaos sorgen und man eventuell nicht optimal vor einer Schwangerschaft geschützt ist.

Es empfiehlt sich mit dem Frauenarzt in Verbindung zu setzen und gegebenenfalls einen Termin geben zu lassen um sicher zu gehen, dass alles in Ordnung ist.

Pille vergessen, Schwanger?

Wenn man die Pille vergessen hat und es dennoch zu einem Geschlechtsakt gekommen ist, bedeutet das nicht automatisch, dass man davon auch schwanger geworden ist. Dabei ist es wichtig zu wissen wann man die Pille vergessen hat, ob man sie regelmäßig zur selben Zeit eingenommen hat oder ob man sie immer zu anderen Zeiten genommen hat.
Wurde die Pille immer regelmäßig zur selben Zeit eingenommen ist der Schutz höher, als wenn man die Pille zu unterschiedlichen Zeiten genommen hat.
Um ganz sicher zu gehen, ob man nicht doch schwanger geworden ist, sollte man sich beim Arzt testen lassen und die Symptome des Körpers beobachten. Wenn die Menstruation einmal ein paar Tage ausbleibt muss es auch nicht bedeuten, dass man schwanger ist, es kann lediglich eine Nebenwirkung der vergessenen Pille sein, denn dadurch ist der Hormonhaushalt mächtig durcheinander geraten.

Pille vergessen, dritte Woche

Tag 15 bis 21: Hier ist der Schutz bei der vergessenen Einnahme wieder gemindert, denn der Eisprung steht bevor. Es gibt aber 2 Methoden, die man in Betracht ziehen kann:

1) Vorzeitige Pillenpause: Man kann die Pillenpause vorziehen und bricht die Einnahme der Pille vorzeitig ab. Die aktuelle Packung wird nicht weiter genommen und die vergessene Pille nicht nachträglich geschluckt. Das hat die Abbruchblutung zur Folge, die in etwa 7 Tage geht. Sind die 7 Tage vorbei, wird die nächste Packung angefangen und man zählt den Tag der vergessenen Einnahme als ersten Pausentag.

2) Pillenpause auslassen: Wenn man keine Pillenpause machen möchte, dann kann man auch die angefangene Packung zu Ende nehmen (natürlich wird die vergessene Pille auch hierbei schnellstmöglich eingenommen) und fängt direkt danach mit der neuen Pillenpackung an und lässt dabei Pillenpause ausfallen. Die Abbruchblutung wird ausfallen, könnte aber Durchbruchblutungen und Schmierblutungen verursachen.

Pille vergessen, zweite Woche

Die zweite Woche ist von Tag 8 bis Tag 14 und ist im Gegensatz zur ersten Woche eher harmlos zu betrachten. Das aber auch nur, wenn Sie die erste Woche regelmäßig die Pille genommen haben, sollten Sie in der ersten Woche schon einmal die Pille vergessen haben ist natürlich auch in der zweiten Woche Vorsicht geboten.

Wenn die Pille in der ersten Woche regelmäßig genommen wurde und man sie einmalig in der zweiten Woche vergisst, sind keine zusätzlichen Verhütungsmittel notwendig, dennoch sollte man aber die Pille schnellstmöglich nachträglich einnehmen um eine Zwischenblutung zu vermeiden.

Pille vergessen, erste Woche

Sollten Sie in der ersten Woche (sprich: Tag 1 bis Tag 7) die Pille einmalig vergessen haben, so sollten Sie diese schellstmöglich nachnehmen und in den folgenden 7 Tagen zusätzlich mit Kondom oder ähnlichem verhüten.

Sind es 7 Tage vor der vergessenen Pille, die Sie Sex hatten, dann könnte eine Schwangerschaft bestehen, sind es 3 Tage vor der vergesseneen Pilleineinnahme gewesen, wird die Pille danach empfohlen und bei 5 Tagen nach der vergessenen Einnahme sollte man eine Kupferkette in Betracht ziehen.

Für eine optimale und individuelle Beratung sollten Sie sich von Ihrem Arzt helfen lassen.